health insurance hack:ed 2026: Drei Tage, zehn Ideen für die Krankenversicherung von morgen

In diesem Jahr präsentierte sich das Format in neuem Gewand. Aus dem bisherigen HEALTH INSURANCE HACK+CON, der den Hackathon stets mit einer parallelen Konferenz verband, wurde der health insurance hack:ed. Erstmals lief neben dem Hackathon kein Konferenzprogramm, sondern ein eigener Workshop-Strang: der Sprint:ed-Workshop-Tag am 3. September mit neun Sprint-Workshops in drei Themenwelten. Wer nicht die vollen drei Tage mithacken wollte, konnte sich hier gezielt Impulse und Werkzeuge holen und sich mit Branchenexpert:innen vernetzen.

Vom Kickoff bis zum Finale

Eröffnet wurde der health insurance hack:ed zum achten Mal in den Design Offices Leipzig. Zunächst gehörte die Bühne den Partnern: In kurzen Challenge-Pitches stellten die Fragesteller ihre zehn Herausforderungen vor. Danach fanden sich die Teams ad hoc zusammen, jede Fragestellung bekam ihre Mannschaft. Nach einer Stärkung ging es in die Hackspaces, wo bis tief in die Nacht getüftelt, diskutiert und gebaut wurde, tatkräftig begleitet von Coaches, die mit ganz unterschiedlichen Expertisen an der Seite der Teams standen.

Vertreterin einer Partnerkasse pitcht ihre Challenge auf der Bühne beim health insurance hack:ed 2026
Kickoff: Die Partner stellen ihre Challenges vor.
Hackathon-Team arbeitet im Hackspace, im Hintergrund Ideen auf bunten Haftnotizen
Teamarbeit im Hackspace.

Am Abend des Workshop-Tags kamen beide Welten zusammen. Bei einem gemeinsamen Get-together ließen Hackathon- und Workshop-Teilnehmende den Tag bei Essen, Getränken und viel Austausch ausklingen. Später am Abend gaben die Probepitches einen ersten Eindruck davon, in welche Richtung die Lösungen gingen, bevor die Teams die Nacht für den Feinschliff nutzten. Am Freitag, dem 4. September, lieferte dann jedes Team seinen finalen Pitch vor Fachjury und Publikum.

Ein Team präsentiert im Final-Pitch seine Lösung auf der Bühne
Finaler Pitch vor Jury und Publikum.
Die Fachjury verfolgt die Final-Pitches der Teams
Die Fachjury bei den Final-Pitches.

Neun Sprint-Workshops, drei Themenwelten

Der neue Workshop-Tag brachte Wissen aus Kassen, Beratung und Technologie an einem Ort zusammen. Die Formate reichten von konkreten KI-Anwendungen über technische Methodik bis zu Fragen von Governance und Recht und liefen parallel in den drei Räumen Arena, Lab und Hub. Dazu kam eine Keynote von Björn Degenkolbe (4K ANALYTICS).

Use Cases & Anwendung

KI und Datennutzung im Gesundheitswesen: Hype, Versorgungsunterstützung oder Teufelszeug?
Nico Richter · DAK Gesundheit
Stabilisierung der Finanzierungsbasis durch KI und Algorithmen
Christian Damm · IKK – Die Innovationskasse
Healthcare 2030 – Vom Patienten zum CEO der eigenen Gesundheit
Anna-Lena Herrmann & Jana Kursawe · XUND & NÜRNBERGER

Technologie & Methodik

KI-Zukünfte im Gesundheitssektor – Szenarien, blinde Flecken, robuste Strategien
Malte Tobias Kähler · EY Studio+
From Prompt to Production: Gesunde Agentic-AI-Projekte erfolgreich planen und skalieren
Maximilian Kirst, Thomas Eberle, Nikolina Govedarica und Leon Henne · CANCOM & IBM
AI Design Sprint® – Von der KI-Idee zum konkreten Konzept
Lena Schulze & Stephan Weiss · GWQ ServicePlus AG

Governance, Recht & Org.

KI-Compliance in der GKV: Legal, Governance & Kompetenz
Christopher Schrey · WIG2 Institut
Fundament oder Fassade? Wie KI in Krankenversicherungen ankommt
Maraike Luchmann · PwC Deutschland
Das KI-Tribunal – Welcher Use Case überlebt?
Björn Degenkolbe · 4K ANALYTICS
Björn Degenkolbe hält seine Keynote auf der Bühne beim health insurance hack:ed 2026
Keynote von Björn Degenkolbe (4K ANALYTICS).
Blick ins Plenum am Sprint:ed-Workshop-Tag mit Bühne und den drei Themenwelten
Der Sprint:ed-Workshop-Tag im Plenum.
Team präsentiert seine Workshop-Ergebnisse auf einem großen Plakat im Plenum
Präsentation der Workshop-Ergebnisse.

Die zehn Fragestellungen und ihre Partner

Die Herausforderungen kamen aus der Praxis von sechs Partnern, von der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung bis zu Technologie und Analytik. Sie reichten von Prävention über Pflege bis zu KI, Datennutzung und Governance.

A

Gen D: Generation Dopamin – Von der Idee zum Scroll-Stopper Prototyp

IKK – Die Innovationskasse
Preis
B

Nachhaltige Motivation zu gesundem Verhalten

IKK – Die Innovationskasse
C

Zwischen Beruf und Pflege: Unterstützung für pflegende Beschäftigte neu denken

DAK Gesundheit
Preis
D

Gemeinsam gesund – BGF-Vernetzung für Kleinbetriebe

DAK Gesundheit
Preis
E

ePA als Versorgungskompass – wie gewinnen wir Versicherte für den digitalen Versorgungseinstieg?

AOK PLUS
F

Wer soll das eigentlich noch machen? – Die innovationsfähige Krankenkasse unter Ressourcen- und Regulierungsdruck

AOK PLUS
G

Vom Hype zum Helfer: Wie erstellen Fachkräfte ohne IT-Skills ihre eigenen GenAI-Assistenten?

CANCOM | IBM
Preis
H

Nicht warten, bis es nur noch weh tut – MSK neu denken

IKK classic
I

Den richtigen Weg finden – im Alltag, in der Pflege, im richtigen Moment

IKK classic
J

Reallabor für datengestützte Prävention

4K ANALYTICS

Die Preisträger

In drei Kategorien vergab die Jury ihre Auszeichnungen, dazu kam der Publikumspreis. Jedes Siegerteam durfte sich über 1.000 Euro Preisgeld freuen, vor allem aber über Lösungen, die zeigen, wie viel Innovationskraft im Gesundheitswesen steckt.

Innovativste Lösung

veya

Team B · IKK – Die Innovationskasse

Gute Vorsätze hat fast jeder, das Durchhalten ist das Problem. Genau dort setzt veya an. Das Team übersetzt Gesundheitswissen in konkrete Alltagshandlungen und nutzt dafür einen überraschend analogen Kniff: physische NFC-Sticker, die man abzieht, im eigenen Zuhause anbringt und per Smartphone scannt. Aus einem guten Vorsatz wird so ein kleiner, wiederkehrender Impuls, der über 60 Tage hinweg zur Routine wird. Entdecken, Mitmachen, Dranbleiben lautet das Prinzip.

Größter Nutzen für die Versicherten

Das ePA-Terminal

Team E · AOK PLUS

Die elektronische Patientenakte ist beschlossen, doch an der Registrierung und an fehlender Aufklärung scheitern bislang viele. Team E begegnet dieser Lücke mit einem niederschwelligen, KI-gestützten Zugang: einem Terminal, das die Anmeldung direkt vor Ort vereinfacht, etwa über den Abgleich von Ausweis und elektronischer Gesundheitskarte. Ein sprachgeführter Assistent mit Avatar führt barrierefrei durch die Anwendung, ausgerollt werden soll das Terminal zunächst in Apotheken. Für die Versicherten bedeutet das mehr Medikationssicherheit und eine lückenlose Krankengeschichte.

Bestes gesundheitsökonomisches Konzept

MUSKL

Team H · IKK classic

Muskel-Skelett-Beschwerden sind einer der größten Kostentreiber im Gesundheitssystem und häufigster Grund für Arbeitsunfähigkeit. MUSKL setzt an, bevor aus Verspannung ein chronisches Leiden wird. Der Früherkennungs-Coach liest aus den Routinedaten der Kasse individuelle Risiken heraus und leitet daraus konkrete Empfehlungen ab, in vier Schritten vom Erkennen über das Einordnen und einen Kurz-Check bis zum Handeln. Überzeugt hat vor allem die wirtschaftliche Tiefe: Team H rechnete mehrere Szenarien durch und wies ein jährliches Einsparpotenzial im Millionenbereich aus.

Publikumspreis

BGM Match

Team D · DAK Gesundheit

Betriebliches Gesundheitsmanagement lohnt sich, kommt in kleinen Betrieben aber selten an, weil die nötige Mindestteilnehmerzahl fehlt und einzelne Angebote sich nicht rechnen. BGM Match löst das über Vernetzung: Eine Plattform bringt Klein- und Kleinstbetriebe zusammen, damit sie gemeinsam Gesundheitsangebote umsetzen, die für jeden allein zu groß wären. Suche, Matching und Organisation übernimmt das System, den Start plant das Team im Handwerk. Am Beispiel eines Dachdeckerbetriebs zeigte Team D, wie sich Fehlzeiten und Ausfallkosten spürbar senken lassen.

Die JuryÜber die Vergabe der drei Jury-Preise entschied eine fünfköpfige Jury: Markus Göner (IKK classic), Philip Radtke (IKK – Die Innovationskasse), Nico Richter (DAK Gesundheit), Tobias Heidler (WIG2 Institut) und Julia Thomä (AOK PLUS). Den Publikumspreis vergaben die Gäste im Saal per App-Voting.

Siegerteam der innovativsten Lösung mit Urkunde auf der Bühne
Innovativste Lösung: Team B (veya).
Team E mit Preisgeld-Scheck für den größten Nutzen für die Versicherten
Größter Nutzen für die Versicherten: Team E.
Team H mit Urkunde und Scheck für das beste gesundheitsökonomische Konzept
Bestes gesundheitsökonomisches Konzept: Team H.
Siegerteam des Publikumspreises mit seiner Urkunde auf der Bühne
Publikumspreis: das Siegerteam mit Urkunde.

Die weiteren Konzepte im Überblick

Auch abseits der Auszeichnungen war die Bandbreite der Ideen bemerkenswert. Sechs weitere Teams zeigten, wie viele Stellschrauben es in der Versorgung gibt.

A

GetALife

Innovationskasse

Team A widmete sich der digitalen Reizüberflutung. Die Grundthese: Wir haben kein Bildschirmproblem, sondern ein Ausstiegsproblem. Die App will jungen Menschen den attraktivsten Ausweg aus dem digitalen Autopiloten bieten und begleitet den Einstieg spielerisch über ein durchdachtes Onboarding samt Prototyp.

C

OLAF Netzwerk

DAK Gesundheit

Team C stellte bewusst den Menschen in den Mittelpunkt. Statt eines weiteren Portals steht hier ein ehrenamtlicher Rentner an der Seite pflegender Angehöriger, getragen von Kassen und Arbeitgebern, angebunden an Kliniken und Praxen und im Hintergrund durch KI und Augmented Reality unterstützt. Das Konzept begleitet Betroffene von der Prävention über die akute Situation bis zur nachhaltigen Stabilisierung.

F

Krankenversicherung von morgen

AOK PLUS

Team F nahm die Kasse selbst in den Blick und entwarf einen KI-Agenten, der Innovationsideen operativer Mitarbeitender aufgreift, Prozesse analysiert und daraus umsetzbare Konzepte formt, damit gute Ideen nicht in der Schublade verschwinden. Ein Prototyp macht am Beispiel von Hilfsmittel-Empfehlungen sichtbar, wie viel Zeit, Geld und Wartezeit eine Automatisierung sparen kann.

G

KI-Lotse

CANCOM | IBM

Team G griff die Frage auf, wie aus dem Hype um generative KI ein echter Helfer im Arbeitsalltag wird. Der KI-Lotse befähigt Fachkräfte ohne IT-Kenntnisse, sich über einen geführten Prozess ihren eigenen GenAI-Assistenten zu bauen, von den Stammdaten über die Wissensbasis bis zu Governance und Freigabe. Das entlastet die interne IT und verkürzt Durchlaufzeiten.

I

Renate

IKK classic

Team I schickte Renate ins Rennen, einen KI-Sprachassistenten auf Basis großer Sprachmodelle. Renate führt Versicherte und ihre Angehörigen durch unübersichtliche Versorgungssituationen, etwa wenn ein Angehöriger im Krankenhaus liegt und viele Fragen zu Pflege, Hilfsmitteln und Leistungen offen sind. Die Wissensbasis speist sich aus Grundlagen des GKV-Spitzenverbands und der jeweiligen Kasse, in der Ausbaustufe Renate Pro kommen ePA-Anbindung, Kalender und Terminservice hinzu.

J

Reallabor Prävention

4K ANALYTICS

Team J dachte in Regularien und Datenschutz. Das Reallabor Prävention beschreibt, wie eine Kasse gemeinsam mit Partnern und unter Aufsicht Gesundheitsrisiken früh erkennen kann, freiwillig, kontrolliert und mit klaren roten Linien. Herzstück ist ein modularer Baukasten aus Einwilligung, Aufsichtsantrag, geschütztem Datenraum mit Treuhandstelle und Beteiligung der Versicherten. Den Anfang macht das Feld Herz-Kreislauf.

Ein Fenster in die Zukunft

Zehn Teams, zehn Handschriften, ein gemeinsamer Anspruch: Was in Leipzig entstanden ist, reicht von der greifbaren NFC-Idee über den datengetriebenen Präventionscoach bis zum menschlichen Netzwerk für pflegende Angehörige. Genau diese Vielfalt macht den health insurance hack:ed aus. Manche Konzepte wurden ausgezeichnet, andere setzen Impulse, die weit über das Wochenende hinaus wirken können. Wir bedanken uns bei allen Teilnehmenden, Partnern, Coaches und Workshop-Leiter:innen, die diese drei Tage getragen haben.

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2.–4. Februar 2028

Design Offices Post Leipzig

Wir würden uns freuen, euch dann wieder zu begrüßen, wenn es erneut heißt: Wir hacken die Krankenversicherung.

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